Im Abstiegskampf der Verbandsliga und der Landesklasse sind Gärtringens Tischtennismänner zuletzt keinen Schritt weitergekommen. Die erste Mannschaft tat sich ohne den berufsbedingt fehlenden Jens Seidel in Böblingen schwer, die TTV-Zweite stand gegen Weil der Stadt II beim 3:9 auf verlorenem Posten. So hielten die Landesliga-Frauen am Wochenende die Gärtringer Fahnen hoch, der aktuelle Tabellenführer setzte sich klar gegen den TSV Eningen durch.

Dannwolf Konjuh 01Andreas Dannwolf und Tommi Konjuh zogen im Doppel gegen Böblingen den Kürzeren (Foto: ©Volker Arnold)

„Wir haben uns relativ gut verkauft, aber ein bisschen schmerzt die Niederlage schon“, analysierte Mannschaftskapitän Tomislav Konjuh das 5:9 seines Verbandsliga-Teams im Bezirksderby gegen die SV Böblingen. Die musste auf den kranken Spitzenspieler Luis Hornstein verzichten, was das Fehlen von Gärtringens Jens Seidel gewissermaßen etwas egalisierte. Als weitere Motivationsspritze konnte die Gärtringer 2:1-Führung aus den Doppeln gesehen werden. Eine Führung, die jedoch nicht allzu lange Bestand hatte, denn trotz des Fehlens ihrer Nummer eins war das spielerische Übergewicht der Böblinger am vorderen Paarkreuz nicht zu übersehen. Was Tim Holzapfel (0:3 gegen Tim Kimmerle) und Justin Kühne (0:3 gegen Pascal Timke) neidlos anerkennen mussten.

Der Tabellenvierte erwies sich im Kollektiv als stärker, wenngleich es den Gärtringern immer wieder gelang, Nadelstiche zu setzen. Und die Partie noch eine Zeitlang offen zu halten. Gerd Jäger überraschte im ersten Einzeldurchgang mit einem Fünfsatzerfolg über Hassan Hosseini, Lutz Wolkober gewann knapp mit 13:11 im Entscheidungssatz gegen SVB-Ersatzmann Timo Jagenteufel. Beim Stand von 4:5 aus Gärtringer Sicht war im Prinzip noch vieles möglich. Doch die Hoffnungen, etwas Zählbares aus der BBG-Arena zu entführen, schwanden im Anschluss schnell. Wieder gingen die Spitzeneinzel weg. Tim Holzapfel startete gut gegen Böblingens 16-jährigen Pascal Timke (11:4), doch dann riss der Faden. Ebenfalls mehr drin war bei Gerd Jäger gegen Jan Thomas Kronich, der allerdings in den Satzverlängerungen das bessere Ende für sich verbuchte. Und Lutz Wolkober tat sich enorm schwer mit den guten Aufschlägen von Florian Lukas. So gewann nur noch Tomislav Konjuh gegen Hassan Hosseini, zur eigenen Überraschung sogar sehr deutlich mit 11:7, 11:5 und 11:4. An der finalen 5:9-Niederlage, die laut Konjuh „durchaus verdient“ war, gab es im Endeffekt nichts zu rütteln.

Das Landesklasse-Team des TTV II blieb in diesem Kalenderjahr noch die Tauglichkeit für die Liga schuldig, mit 3:9 setzte es gegen die SpVgg Weil der Stadt II die vierte deutliche Schlappe in der Rückrunde. Mit drei 1:3-Niederlagen deutete sich das sportliche Unheil bereits nach den Doppeln an, auch das Spitzenduo Andreas Dannwolf/Tim Werum musste sich der tückischen Links-Rechts-Kombination Ralf Michaelis/Thomas Laufer geschlagen geben. Andreas Dannwolf brach im ersten Einzel den Bann, als er den Elan des 20-jährigen Nico Streit unterband, auch Anka Mutke überzeugte mit einem Dreisatzerfolg über Ralf Michaelis. Dabei machte die erfolgreiche TTV-Seniorin im zweiten Satz einen 2:8-Rückstand wett. Einen Tag vor seinem 30. Geburtstag verpasste es Tim Werum beim 1:3 gegen Routinier Thomas Laufer, sich ein kleines Vorab-Präsent zu machen. Wenigstens durfte Michael Mutke gegen Jan Heinzelmann noch für Ergebniskosmetik sorgen, wobei die neuen Beläge Wirkung zeigten. Je länger die Partie andauerte, umso mehr ging dem Gastgeber allerdings die Luft aus. Mit 4:22 Punkten rutschte die TTV-Zweite nun auf einen Abstiegsplatz ab.

Die Landesliga-Frauen des TTV erhöhten den Druck auf Titelkonkurrent TTC Mühringen, indem sie auch im vierten Rückrundenspiel siegreich blieben. Wie schon in der Vorrunde gestattete man dem TSV Eningen beim 8:0 keinen Spielgewinn. Anka Mutke, Sandra Koberstein, Christiane Lay und Sandra Jörke sind nun – gemeinsam mit der zuletzt fehlenden Sylke Gärtner – gewappnet für das Topduell gegen den TTC Mühringen am 18. März. Kurios: Während der TTV bis dahin spielfrei ist, müssen die Horber Vorstädterinnen um ihre Spitzenspielerin Hannah Sauter in diesem Zeitraum vier Partien bestreiten. Allerdings erscheint es eher unwahrscheinlich, dass sie sich dabei einen Ausrutscher erlauben.

In der Kreisliga A muss der TTV Gärtringen IV mehr denn je aufpassen, dass er nicht allzu sehr in den Abstiegsstrudel verwickelt wird. Ein Punktgewinn beim Zweiten Tischtennis Mötzingen II hatte man sowieso nicht auf der Rechnung, insofern kam das 4:9 nicht ganz überraschend. Lange Zeit sah es sogar nach einem richtigen „Streifen“ aus, beim Stand von 0:8 gestalteten Felix Laforsch, Michael Urbanek, Siggi Stefany und Karl-Heinz Ardelt die Niederlage etwas erträglicher.

Die sechste Mannschaft ereilte in der Kreisklasse, der Liga der Unabsteigbaren, allerdings die Höchststrafe. Gegen Tabellenprimus GSV Maichingen gab es beim 0:7 keinen Blumentopf zu gewinnen.

Ein spannendes Duell lieferten sich unter der Woche die Bezirksliga-Seniorenteams des TTV Gärtringen und der SpVgg Weil der Stadt, das am Ende beim 6.6 keinen Sieger fand. Zu Beginn waren die TTV-Spieler die Glücklicheren, in den Fünfsatzspielen in den Einzeln waren hingegen die Gäste obenauf. Andreas Dannwolf war an vier Gärtringer Punktgewinnen beteiligt, auf Weil der Städter Seite überzeugte vor allem Hansi Lechler. In einem nervenaufreibenden Zeitspiel zweier Passivspieler, in dem der Aufschläger verpflichtet ist, spätestens mit dem dreizehnten Ballkontakt den Punkt zu erzielen, musste Anka Mutke ihrem Kontrahenten Thomas Verleih nach drei Sätzen gratulieren.


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