Der Zwölf-Stunden-Trip ans Dreiländereck war für Verbandsligist TTV Gärtringen nicht von Erfolg gekrönt, bei Tabellenprimus ESV Weil am Rhein galt es mit 5:9 die dritte Saisonniederlage einzustecken. „Am Ende war’s ein gerechtes Ergebnis“, sagte TTV-Kapitän Tim Holzapfel, der mit seinem Team allerdings erhobenen Hauptes die Heimreise antreten konnte. Als vermeintlicher Underdog forderte man den Gegner lange und musste am Ende erst nach drei engen Einzeln die Segel strecken.
„Wenn es noch besser läuft, nehmen wir vielleicht sogar einen Punkt aus Weil mit“, sagte Tim Holzapfel, der allerdings auch zugeben musste, dass der Start aus Gärtringer Sicht bereits optimal verlief. Mit umgestellten Doppeln – Jens Seidel und Tim Holzapfel stellten das neue Spitzenduo und Youngster Simon Gotsch agierte erstmals an der Seite von Ann-Katrin Ziegler – klappte es mit dem 2:1-Auftakt. Für einen spielerischen Glanzpunkt sorgte danach Jens Seidel, der in einer mitreißenden Partie Weils Spielertrainer Alen Kovac, im Ranking immerhin 150 Punkte höher eingestuft als der Gärtringer, in die Knie zwang. Gegen den kroatischen Defensivstrategen spielte Jens Seidel strategisch klug, manchmal geduldig und manchmal auf den schnellen Gewinnpunkt aus. Dennoch sah er sich im entscheidenden fünften Satz mit 6:10 im Hintertreffen, ließ sich dadurch nicht beirren und machte sechs Punkte in Serie zum umjubelten Gesamterfolg. Michael Kocheisen machte mit einem Viersatzsieg über die gegnerische Nummer zwei Thien-Si Tu den Gärtringer Traumstart perfekt.
Am mittleren Paarkreuz gelang es Tim Holzapfel, mit einem 11:8, 12:14, 11:8 und 11:4 über das 17-jährige Schweizer Talent Khenan Egli den Gärtringer Abstand in der Führung zu verteidigen (5:2), danach wendete sich jedoch das Blatt. An dem 18-jährigen Andrija Andric und dem erfahrenen Jürgen Eise, Abteilungsleiter des ESV Weil, bissen sich die TTV-Cracks die Zähne aus. „In der Mitte und am hinteren Paarkreuz war der Gegner schon sehr ausgeglichen besetzt“, konstatierte Tim Holzapfel, der sein Team beim Stand von 5:6 trotzdem noch gut im Rennen sah. Dann kam es jedoch knüppeldick: Sowohl Holzapfel als auch Ann-Katrin Ziegler und Simon Gotsch mussten ihre Einzel im Entscheidungssatz mit 9:11 beziehungsweise 8:11 abgeben, so dass am Ende die 5:9-Niederlage stand. „Wir hatten hier nicht unbedingt einen Sieg eingeplant“, sagte der Gärtringer Spielführer, der am Ende dennoch einen Hauch von Enttäuschung nicht verbergen konnte. Mit 5:7 Punkten befindet sich der TTV derzeit im Mittelfeld der Tabelle. „In den letzten drei Vorrundenpartien gegen Konstanz, Hohberg und Böblingen wollen wir schon noch den einen oder anderen Zähler einfahren“, meinte Tim Holzapfel.
Jens Seidel (links) und Tim Holzapfel spielten ein starkes Doppel in Weil am Rhein (Foto: Volker Arnold)
Wer im Vorfeld in der Bezirksoberliga auf einen 9:1-Erfolg des TTV Gärtringen II gegen Landesliga-Absteiger TT Altburg getippt hätte, wäre wohl schnell in das Reich der Utopie geschickt worden. Doch irgendwie lief am Sonntagmittag so ziemlich alles für den TTV, der nicht nur zwei wichtige Zähler einfuhr, sondern auch noch etwas für das Spielverhältnis tat. Richtungsweisend waren bereits die Doppel, in denen Ullrich Gotsch und sein Sohn Simon souverän in drei Sätzen gewannen und sich Gerd Jäger und Timo Gotsch zum wiederholten Male als Favoritenschreck erwiesen (11:6, 7:11, 11:7, 13:15 und 11:5 gegen das bis dato ungeschlagene Doppel Jonas Dreher/Nicolai Jackstadt). Zudem legten Tim Werum und Damir Stefanac mit ihrem Fünfsatzerfolg über Frederik Horn/Simon Pfarre den Grundstein für den letztendlich sorgenfreien Spielverlauf. Beflügelt vom Traumstart brachten Simon Gotsch und später auch Gerd Jäger der Altburger Nummer eins Jonas Dreher die ersten beiden Saisonniederlagen bei, erneut Gerd Jäger sowie Timo Gotsch, Ullrich Gotsch und Tim Werum blieben in ihren Einzeln ohne Satzverlust. „Das Spielglück war heute definitiv auf unserer Seite, die Kanten- und Netzbälle in den engen Spielphasen gingen überwiegend an uns“, analysierte Kapitän Ullrich Gotsch, „der Sieg ist natürlich grandios, aber sicherlich etwas zu hoch ausgefallen.“
In der Bezirksklasse ziert der TTV Gärtringen III weiter das Tabellenende. Kurzfristig musste man auf den erkrankten Maximilian Hellermann verzichten, dafür sprang das trainingsfleißige 14-jährige Talent Simon Leinweber in die Bresche. Vor allem am Spitzenpaarkreuz erwies sich die gastgebende SpVgg Warmbronn als zu stark, was Thomas Holzapfel und Tobias Gotsch neidlos anerkennen mussten. Die beiden kassierten zu Beginn auch eine empfindliche Fünfsatzniederlage im Doppel gegen Mark Grunder/Andrej Zagudajev (11:8, 11:13, 7:11, 11:4, 11:13). Im weiteren Verlauf überzeugte vor allem Oliver Pfister mit zwei Einzelsiegen, außerdem punkteten noch Jonathan Stober und Michael Breitmeyer.
Chancenlos war die vierte Mannschaft des TTV im Heimspiel der Kreisliga A gegen die SG Deufringen-Aidlingen II. Routinier Siggi Stefany gestaltete die Niederlage etwas erträglicher, genauso wie Martin Scheuerle, der nach seinem letzten Ligaauftritt im April 2023 ein gelungenes Comeback feierte (3:1 gegen Hans-Peter Pusskeiler).
Im Bezirkspokal ereilte den TTV IV bereits in der ersten Runde das Aus, beim 1:4 gegen den stark aufgestellten SV Affstätt punktete lediglich Karl-Heinz Ardelt.